- Sonntag, d. 25. September, 19.30 Uhr
Maria-Magdalenen-Kirche
Johann Sebastian Bach
„Gott ist mein König“
Kantate BWV 71
Heinz Werner Zimmermann
Te Deum
für Soli Chor und Orchester
Anna Elisabeth Muro – Sopran
Annerose Kleiminger – Alt
Hans Christian Braun – Tenor
Egbert Junghanns – Bass
Elisabeth Brunnemann-Rademacher – Orgel
Singakademie Neustrelitz
KANTOREI TEMPLIN
Mitglieder des Orchesters der Komischen Oper Berlin
Dirigent: Dr. Klaus-Jürgen Gundlach
Vita Heinz Werner Zimmermann
Heinz Werner Zimmermann, geboren am 11. August 1930 in Freiburg (Breisgau), studierte Komposition bei Julius Weismann und Wolfgang Fortner sowie Musikwissenschaft an der Universität Heidelberg bei Thrasyboulos Georgiades. In Heidelberg wurde er 1954 Nachfolger Fortners als Dozent für Komposition und Musiktheorie am Kirchenmusikalischen Institut. Hier entstanden seit 1956 unter dem Einfluss des klassischen Jazz und der amerikanischen Spirituals seine ersten Motetten für Chor und Kontrabass. 1963 wurde er zum Direktor der Berliner Kirchenmusikschule in Spandau berufen. Von dort aus strahlte sein pädagogischer Einfluss auch in die U.S.A. aus.
1967 wurde ihm von der amerikanischen Wittenberg University in Springfield die Würde eines Ehrendoktortitels verliehen. Später zeichnete ihn zusätzlich das Washingtoner Luther Institute mit dem Wittenberg Award aus. Im Jahr 2009 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig. In Deutschland wurde Heinz Werner Zimmermann mit mehreren Kompositionspreisen und mit dem Villa Massimo-Stipendium (Rom, 1965 – 66) ausgezeichnet. 1975 wurde er von der Musikhochschule Frankfurt am Main auf eine Professur für Komposition und Musiktheorie berufen. Zu den wichtigsten Schriften Heinz Werner Zimmermanns zählen Komposition und Kontemplation (2000) und Komposition und Reflexion (2005) herausgegeben von Prof. Dr. Friedhelm Brusniak.
Die Werke Heinz Werner Zimmermanns werden heute in aller Welt aufgeführt. Mit seinen Motetten mit gezupftem Kontrabass, mit seinen Orgelpsalmen und mit seinen Prosaliedern hat er kompositorische Formen auch neu entwickelt. Seine bekanntesten Werke sind die fünf oratorischen Werke: der 150. Psalm, die Missa Profana, die Bible of Spirituals, die Symphonia Sacra und das heute zu hörende Te Deum.
Das chorsymphonische Werk ist eine Lobpreisung auf die wundersamen Ereignisse, die zum Fall der Mauer 1990 geführt haben. Das Werk sollte zuerst Berliner Te Deum genannt werden. Heinz Werner Zimmermann war von 1963 bis 1975 als Direktor der Kirchenmusikschule Spandau in Berlin tätig und erlebte somit tagtäglich diese geteilte Welt.
In Zimmermanns „Te Deum“ klingt auch ein weiteres an, das den 9. November in der deutschen Geschichte so denkwürdig erscheinen lässt: die Reichspogromnacht von 1938. An beide Geschehnisse wird mit diesem Komposition erinnert, wenn der Schöpfer gepriesen wird, denn in beiden Fällen haben es die Dikaturen nicht vermocht, ihren Atheismus durchzusetzen.